Wie Studierende der Software Conservation künftigen Generationen Gaming-Kunst zugänglich machen

13. Juli 2026
Während Gemälde Jahrhunderte überdauern, altern digitale Werke schnell. Hardware wird nicht mehr hergestellt, Programmiersprachen veralten oder Server gehen offline. Das Institut für Konservierung und Restaurierung an der Universität für angewandte Kunst Wien entwickelt im neuen Studiengang Software Conservation Methoden, um Indie Computerspiele aus Österreich zu sammeln und zu erhalten. In Kooperation mit dem SoftwareLAB des Technischen Museums Wien wird so sichergestellt, dass die Games auch in Zukunft spielbar sind.
Computer-Archäologie, Coding und Programmierung sowie Software-Erhaltung stehen im Lehrplan der Spezialisierung Software Conservation an der Angewandten, einem vergleichsweise jungen Forschungsgebiet. „Das ist echte Grundlagenforschung“, sagt Martina Griesser-Stermscheg – Institutsleiterin für Konservierung und Restaurierung sowie Vizerektorin für Kunst, Lehre und Lernen an der Universität für angewandte Kunst Wien. „Viele Methoden müssen wir erst entwickeln, um überhaupt in der Lage zu sein Software-Kulturgut erhalten zu können. Österreich ist hier noch besonders weit hinten.“
Studierende der Software Conservation lernen Medienkompetenz, ethische und juristische Richtlinien und erforschen experimentelle Zugänge, um das immaterielle Erbe unserer digitalen Gesellschaft zu sichern: Spiele, die auf Disketten, CD-Roms, Kassetten, oder auf Lochstreifen gespeichert sind. Mittels Zukunftsstrategien wie der Emulation schaffen die Software Restaurator*innen künstliche Hardware-Umgebungen für Gaming-Kunst von alten Konsolen, damit diese auch in Zukunft vermittelt und nutzbar werden.