AI and its Consequences
Artistic Positions on Post-Digital Futures
Photo courtesy of Ana Vollwesen
Eine
Ausstellung im Österreichsichen Kulturforum Warschau unter Beteiligung von Studierenden und Absolvent*innen der Angewandten
Seit Ende 2022 prägt der rasante Aufstieg generativer KI-Systeme zunehmend künstlerische, gesellschaftliche
und politische Debatten. Innerhalb weniger Jahre wurden enorme Investitionen in Rechenzentren getätigt, neue Infrastrukturen
und globale Machtkonstellationen sind entstanden. Gleichzeitig rücken Fragen nach Energieverbrauch, Regulierung, digitaler
Ethik und demokratischer Kontrolle in den Vordergrund.
Beispiele wie die virtuelle AI-Ministerin Diella
in Albanien oder die Zulassung der non-binären KI Flynn als Student*in an der Universität für angewandte Kunst Wien
zeigen, wie sehr KI bereits heute in soziale, institutionelle und symbolische Ordnungen eingebunden ist. Zentrale Begriffe
wie Deep Fakes, neuronale Netzwerke oder KI-Agenten sind allgegenwärtig, bleiben jedoch für viele schwer durchschaubar.
Die Ausstellung nähert sich diesen Entwicklungen aus einer künstlerischen Perspektive.
In einem kritischen, postautonomen Ansatz positioniert sich Kunst hier als Rahmen, Spiegelfläche, Spielfeld und Frühwarnsystem.
Gefragt wird, ob Diskussionen über KI über Fragen künstlerischer Autonomie hinausreichen können und ob gesellschaftliche Transformationsprozesse
gemeinsam mit anderenAkteur*innen verhandelt werden müssen.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Mensch und Maschine,
Körper und Daten, Öffentlichkeit und Autor*innenschaft, Geschichte und Verflechtungen sowie die Ambivalenz zwischen Faszination,
Ideologie und Macht. KI erscheint dabei nicht nur als Werkzeug, sondern als kulturelle Infrastruktur: Sie reproduziert Normen
und Bias, formt Narrative und Zukunftsbilder, setzt ästhetische Standards und wirkt politisch wie materiell. Ein eigener Bereich
der Ausstellung ist Fragen der Digitalen Ethik gewidmet. Vorträge, Präsentationen und Diskussionen begleiten und vertiefen
die künstlerischen Positionen.
Unter Beteiligung von Studierenden & Absolvent*innen der Angewandten:
Die
Aschenbrecher (Digitale Kunst), Olivier Hölzl (Malerei Johanna Kandl), Lukas Lex (Social
Design), Anna Pelz (TransArts), Sebastian Pfeifhofer (Digitale Kunst), Sebastian
Pirch (Digitale Kunst), Norbert Unfug (Digitale Kunst), Moritz Wildburger (Cross-Disciplinary
Strategies), Bettina Schülke (Forschungsstipendium der Angewandten)
Weitere künstlerische Positionen:
The Future Foundation (Interdisziplinäres Forum), Begi Guggenheim, Daniel Mazanik,
The Meaningful Noise Collective (ISTA, Institute of Science and Technology Austria), Annette Tesarek,
Ana Vollwesen
Akademische Partner*innen
The Future Foundation*
Die Future Foundation ist ein interdisziplinäres Forum von professionell herausragenden und unabhängigen Persönlichkeiten,
die sich mit Fragen der Technologie in unserer digitalisierten Zukunft auseinandersetzen. Ihre Mission ist die Entwicklung
praktischer, orientierungsgebender Leitlinien für dringende und zukunftsweisende Fragen zum Thema „Gutes Leben in einer digitalen
Welt“. Die 10 Regeln für die digitale Welt wurden 2025 von elf Universitätsvertreter*innen aus dreizehn verschiedenen Disziplinen
erarbeitet.
https://www.thefuturefoundation.eu/de
Jörg Menchem, Ludwig Boltzmann Institute
for Network Medicine at the University of Vienna. Das Institut beschäftigt mehrere Absolvent*innen der Universität für angewandte
Kunst Wien. Herr Prof. Menche hält einen Vortrag zu Kunst & Wissenschaft und AI.
https://netmed.lbg.ac.at/
Kuratiert von Andreas Schlichtner
*Anmerkung: „The Future Foundation“ wird sowohl als Künstler*in
als auch als akademische Partnerin aufgeführt, da sich ihre Rolle mit Produktion und Forschung überschneidet.